Ärztehaus Kornwestheim Gemeinschaftspraxis für urologie

Beschneidungs-Zentrum

Hautnahtfreie Beschneidung (Zirkumzision)

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Die hautnahtfreie Beschneidung (Zirkumzision) stellt eine innovative Operationstechnik zur Entfernung der Vorhaut dar.

Bei der hautnahtfreien Beschneidung handelt es sich um eine normale Freihandzirkumzision, die in gedeckter oder radikaler Form durchgeführt werden kann. Die Beschneidungslinie kann individuell festgelegt werden. Im Unterschied zur konventionellen Technik wird zum Hautverschluß kein Fadenmaterial verwendet, sondern ein gängiger Hautkleber. Die Vorteile der hautnahtfreien Beschneidungstechnik liegen darin, dass durch Fadenmaterial keine Wundinfektionen oder Narbenbildungen ausgelöst werden können. Ein ggf. notwendiges Ziehen von noch verbliebenen Restfäden entfällt ebenfalls. Ein weiterer Vorteil liegt bezüglich der konventionellen Beschneidung auch darin, dass auf Verbandsmaterial im Wesentlichen verzichtet werden kann und im Normalverlauf eine Creme-Therapie oder das Baden in desinfizierenden Lösungen nicht notwendig ist.


 

AKTUELL:  Eine Spiegel-TV Reportage über Das Thema „Beschneidung“

In dem Film von Olmo Heinecke zeigt Dr. Med. THOMAS MÜLLER bei uns in der Praxis in Kornwestheim einige innovative Operationstechniken zur Entfernung der Vorhaut. Dabei spricht er über die medizinische Gründe und Erfahrungen seiner Patienten.

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Vorteile

Die Vorteile der hautnahtfreien Beschneidung gegenüber der herkömmlichen Beschneidung
– Eine kürzere Operationszeit
– Es werden keine Hautfäden zum Wundverschluß verwendet
– Die Fäden müssen nicht mehr gezogen werden
– Wund- und Hautnahtentzündungen durch Fadenmaterial tritt nicht mehr auf
– In der Regel kann nach einem Tag auf das Verbandsmaterial verzichtet werden
– Geringere Narbenbildung im Hautverschlußbereich

Neugeborenenbeschneidung

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Laserbeschneidung

Die Beschneidung wird nicht mit einem Skalpell oder mit einer Klemme durchgeführt, sondern mit einem modernen CO2 Laser. Hierbei wird berührungsfrei die Haut durch einen sehr feinen Laserstrahl durchtrennt. Die Strahlstärke liegt um 0,2 mm!

Mit dem Werkzeug Laser kann feiner gearbeitet werden, wie mit jedem sonstigen konventionellen Operationsinstrument.

Mit dem Laser können alle Beschneidungsstiele und alle Beschneidungstechniken bei uns durchgeführt werden!

Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Erstbeschneidung oder um eine Narbenkorrektur nach Beschneidung handelt.

Lasertechnologie Vorteile

Vorteil 1: Hautschonend
Der Laser ist für das Gewebe hautschonender und einfach anzuwenden. Durch individuell auf Ihren Hauttyp einstellbare Laserstrahlleistung (zwischen 5-30Watt) läßt sich die notwendige Energie optimal einstellen, die Behandlung Ihres Haut- und Unterhautgewebstyps erforderlich ist.

Vorteil 2: Minimales Ödem- und Narbenrisiko
Der Laser ist optimal in seiner Anwendung um ästhetische Ergebnisse zu erreichen. Minimale postoperative Neigung zur Ödembildung (Hautschwellung durch Wassereinlagerung) und minimale Neigung der Narbenbildung durch atraumatische Gewebsbehandlung.

Vorteil 3: Minimales Risiko für Blutung
Der Laser schützt Sie bei und nach der Operation vor Nachblutungen. Das Risiko für eine Nachblutung geht gegen Null! Grund hierfür ist daß der Laserstrahl praktisch jedes Blutgefäß von alleine erkennt und verschließt. Das ist mit konventionellen Operationsinstrumenten wie Skalpell, Schere nicht möglich. Hier muß jedes Blutgefäß unterbunden oder koaguliert werden. Beim Laser ist das nicht notwendig. Ihre Gesamtoperationszeit verkürzt sich dadurch deutlich.

Vorteil 4: Geringeres Risiko für Infektion
Der Laser ist eine hochenergetische Energiequelle die für kurze Zeit (40 ms) an der Haut auftrifft and das Gewebe vaporisiert (verdampft). Dies hat den Effekt, daß zu diesem Zeitpunkt alle Erreger abgetötet werden und ein optimales Klima für die Heilung geschaffen wird. Hierdurch werden alle zuvor eingeleiteten desinfizierende Verfahren optimiert.

Konventionelle Beschneidung

Bei der konventionellen Beschneidung handelt es sich um eine übliche Freihandtechnik, die Beschneidungslinien können individuell festgelegt werden. Normalerweise wird bei der konventionellen Beschneidung zum Hautverschluß gängiges Fadenmaterial verwendet.

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Beschneidungstechniken und Beschneidungsstile

Mogan-Klemme

Bei der Mogan-Klemme handelt es sich um eine Klemme mit zwei Branchen, die auf die nach vorne gezogene Vorhaut gesetzt wird. Die darüber abgeklemmte Vorhaut wird an der Klemme abgeschnitten. Die Wundränder können vernäht werden.

Vorteile:
Beischneidungsstile wie high and tight oder moderately and tight Varianten sind möglich.

Nachteile:
Operationsstile wie radikale Zirkumzision unter Resektion des inneren Präputialblattes sind nicht möglich. Also keine low and tight Varianten.

Plastibell Glocke

Bei der Plastibell Methode wird ein glockenähnliches Instrument über die Eichel zum Schutz der Eichel geschoben. Darüber wird die Vorhaut gezogen. Im Bereich der Schnittlinie wird ein Faden sehr dicht um die Vorhaut geschnürt, so dass es zum Absterben der Vorhaut kommt, die vor dem Faden liegt. Die absterbende Haut wird abgeschnitten. Die über die Eichel gezogene Plastikhülse (Glocke) fällt nach mehreren Tagen ab.

Vorteile:
Plastibell ist die etablierte Methode zur Beschneidung bei Kindern direkt nach der Geburt.

Nachteile:
High and tight Varianten sind nicht möglich. Das Vorhautgewebe wird durch diese Operationsmethode nicht sauber durch Skalpell abgetrennt, sondern stumpf durch Kompression abgequetscht.

Tara Klemme

Bei der Tara Klemme handelt es sich um ein ähnliches Verfahren wie bei der Plastibell Methode. Hierbei wird ebenfalls ein schützender Plastikkonus über die Eichel geschoben. Die Vorhaut wird über diesen schützenden Plastikkörper gezogen und ein Gegenring durch eine Arretierungskonstruktion fest auf den die Eichel schützenden Konus gepresst. Es kommt dann zur Abschnürung der davor liegenden Vorhaut. Die verbliebene Restvorhaut wird mittels Skalpell abgetrennt. Die Schnittenden werden vernäht oder offen gelassen.

Vorteile:
Günstige Operationsmöglichkeiten durch dieses Tara Klemmset. Es werden meist low and loose Ergebnisse erzielt.

Nachteile:
High and tight Varianten sind kaum möglich. Die Vorhautgewebe wird durch diese Operationsmethode nicht sauber durch Skalpell abgetrennt, sondern stumpf durch Kompression abgequetscht. Unwillkürliche nächtliche Erektionen werden durch den Fremdkörper als sehr unangenehm empfunden.

Circ Ring

Bei der Circ Ring Methode handelt es sich ebenfalls um eine Abtrennungsmethode der Vorhaut ähnlich der Plastibell Methode. Ein die Eichel schützender Ring wird über die Eichel gelegt, die Vorhaut darüber gezogen. Anstatt eines Abtrennungsfadens wie bei der Plastibell Methode wird hier ein zuklappbarer Ring mit hohem Druck gegen die dazwischen liegende Vorhaut gepresst. Es kommt hier wiederum zum Abquetschen der Vorhaut. Die vor dem Ring liegende Vorhaut wird weg geschnitten. Um Blutungen zu vermeiden wird zusätzlich noch ein Gummiband hinter der angelegten Ringkonstruktion straff angelegt um die Blutzirkulation zu unterbinden.
Der Ring fällt mit den abgestorbenen Vorhautresten nach 8-10 Tagen ab.

Vorteile:
Eine loose and low Zirkumzisionsvariante ist möglich.

Nachteile:
Grob traumatisierendes Verfahren. High and tight Varianten nicht möglich. Nächtliche Erektionen werden bei dem aufsitzenden, die Eichel schützenden Ring als sehr unangenehm empfunden.

Gomco Klemme

Bei der Gomco Klemme handelt es sich um eine Operationstechnik, bei der die Vorhaut mit Hilfe eines mechanischen Instrumentes (Gomco Klemme) abgequetscht wird. Über die Eichel wird eine schützende Metallglocke gelegt. Die Vorhaut wird über diese Hülle gezogen. Darüber wiederum eine Lochplatte auf Höhe der Beschneidungslinie gelegt. Durch weiteres Aufsetzen eines hebelartigen Metallstückes kann durch Zudrehen einer Schraube Kraft auf die Hülse und Lochplatte ausgeübt werden. Es kommt zum Abquetschen der dazwischen liegenden Vorhaut. Die überstehende Vorhaut wird abgeschnitten. Die gegenüberliegenden Vorhautreste werden nach Entfernung der Gomco Klemme vernäht.

Vorteile:
Eine Durchführung einer low Zirkumzision ist möglich.

Nachteile:
Grob High and tight Varianten sind kaum möglich. Durch die Quetschtechnik Gefahr der unkontrollierten Narbenbildung. Aufwändige Abtrennungsprozedur durch die Gomco Klemme. Beim erwachsenen Mann muss noch zusätzlich die Haut vernäht werden, da durch Erektionen sich die Wundränder zueinander verschieben würden. Die Gomco Klemme kann nicht wie eine Tara Klemme belassen werden.

Beschneidungsergebnisse

Loose – Variante
Bei der Loose Variante oder loose Zirkumzision handelt es sich um eine Beschneidungstechnik, wobei die verbliebene Penisschafthaut nach der Beschneidung noch genügend Bewegungsspielraum hat und nicht sonderlich straff am Penisschaft sitzt. Die Eichel liegt trotzdem frei. Die Penisschafthaut wird vom Sulcus coronarius (Eichelhinterwand) noch zurückgehalten.

Low and tight Variante
Bei der Low and tight Variante oder low and tight Zirkumzision handelt es sich um eine Beschneidungstechnik, wobei das Beschneidungsergebnis durch eine tiefe Beschneidungslinie gekennzeichnet ist. Hierbei sitzt die Beschneidungslinie relativ dicht in der Nähe des Sulcus coronarius (Eichelhinterwand). Bei der tight Variante wurde die Penisschafthaut soweit zirkumzidiert, dass die Penisschafthaut relativ straff am Penis sitzt und im nicht eregierten Zustand wenig Hautbeweglichkeit zeigt.

High and tight Variante
Bei der high an tight Variante oder high and tight Zirkumzision handelt es sich um ein Beschneidungsergebnis, wobei die Beschneidungslinie relative weit weg von der Eichelhinterwand ist. Die Beschneidungslinie kann bis zu 4-5 cm entfernt von der Eichelhinterwand sein. Hierbei wird in aller Regel das innere Vorhautblatt erhalten.
Die high Variante zeichnet sich somit meistens durch ein unterschiedliches Hautkolorid der Penisschafthaut und des verbliebenen inneren Präputialblattes aus. Bei dieser Variante mit verbliebenem inneren Präputialblatt ist immer daran zu denken, dass trotz der Beschneidung ein erhöhtes Risiko für HPV und HIV Infektionen vorliegen kann, da das innere Präputialblatt bestehen bleibt. Die Beschaffenheit des inneren Präputialblattes ist vom Hautmaterial her, verglichen mit der verbliebenen Penisschafthaut etwas weniger belastbar, deshalb können erneute Narbenbildungen oder sonstige Missempfindungen vermehrt möglich sein.

Gedeckte Variante / Teilbeschneidung
Bei der gedeckten Version oder Teilbeschneidung wird die Beschneidungslinie so gelegt, dass die verbliebene Penisschafthaut über die Eichel wieder zum liegen kommt. Das postoperative Ergebnis stellt sich oft so dar, als wäre der Mann niemals beschnitten worden und hätte eine normale Vorhautposition. Bei der Teilbeschneidung ist postoperativ auf vermehrte Pflege und Hygiene zu achten, gute Desinfektion, da die Teilbeschneidung ein erhöhtes Risiko an erneuter Vernarbung im Operationsbereich, sowie eine erhöhte Rate an Wundinfektionen beinhaltet.

Erkrankung des äuseren männlichen Genitales.
Phimose (Vorhautverengung)

Bei der Phimose handelt es sich um eine angeborene oder erworbene Verengung der Vorhaut. Die operative Behandlung der Phimose nennt man Beschneidung (Zirkumzision). In unterschiedlichen Kulturkreisen der Weltgeschichte wird seit vielen Jahrhunderten die Beschneidung durchgeführt. Seit jeher hat es eine rege Diskussion gegeben, ob die Beschneidung durchgeführt werden soll oder nicht. Warum die Beschneidung gerade jetzt im 21. Jahrhundert eine wichtige Operation ist, wird auf den folgenden Seiten dargestellt.

Die Beschneidung ist ein „biomedizinischer Imperativ im 21. Jahrhundert“
B. J. Morris 2007

MEDIZINISCHE FACHINFORMATION

Allgemeines
Bei der Phimose handelt es sich um eine angeborene oder erworbene Erkrankung. Hierbei kann die Vorhaut nicht mehr über die Eichel zurückgezogen werden. Bei der Paraphimose lässt sich die Vorhaut meist erschwert über die Eichel zurückziehen. Dann ist es aber nicht mehr möglich die Vorhaut von hinten nach vorne über die Eichel in ihren ursprünglichen Zustand zu führen.

Bei einer vorliegenden Phimose ist die Rate an rezidivierenden Entzündungen deutlich erhöht. Die Möglichkeit der normalen hygienischen Reinigung der Eichel ist nicht mehr so gut möglich. Smegmaretentionen sind die Folge. Retraktionsversuche bei bestehender Phimose führen vermehrt zu Einrissen und Blutungen. Das Risiko für eine Paraphimose ist deutlich erhöht. Patienten mit Phimose haben ein erhöhtes Risiko für eine HIV Infektion, Peniskarzinomerkrankung und das Risiko der Partnerin an einem Cervixkarzinom ist ebenfalls deutlich erhöht.

Häufigkeit der Zirkumzision:
Weltweit sind 25 % aller Männer beschnitten. Die Beschneidungshäufigkeit bei Muslimen liegt pro Jahr bei 10 Mio. Beschneidungen. In Afrika werden ca. 9 Mio Beschneidungen pro Jahr durchgeführt. Bei Juden in Israel ca. 100 000 Beschneidungen pro Jahr. Empirische Daten aus den Vereinigten Staaten zeigen, daß 88% der Weissen und 73 % der Schwarzen beschnitten sind. Hingegen nur 42 % des hispanischen Bevölkerungsanteils. Ebenfalls hohe Beschneidungsraten zeigen sich in Australien (70 %). In Europa sind lediglich 10-15 % der Männer beschnitten.
Im Wesentlichen wird über die angeborene (primären) Phimose und der erworbenen (sekundären) Phimose unterschieden.

KLASSIFIKATION DER PHIMOSE

Angeborene Phimose:
Die angeborene Phimose bedarf in den ersten 3 Lebensjahren keiner Therapie. Dies ist ein durchaus natürlicher Normalzustand. Innerhalb der ersten 3 Jahre kann sich fast jede Vorhautverklebung und Phimose von alleine lösen. Die primäre Phimose wird nur dann behandelt, wenn Beschwerden beim Wasserlassen, oder rezidivierende Harnwegsinfekte vorliegen.

Sekundäre Phimose:
Bei der erworbenen Phimose sind meistens rezidivierende Entzündungen im Bereich der Eichel (Balanoposthitiden) oder rezidivierende Harnwegsinfekt ursächlich. Bei Diabetikern zeigt sich eine erhöhte Rate an Vorhautverengungen.

Narbige Phimose:
Bei der narbigen Phimose handelt es sich um eine Veränderung des Vorhautgewebes, wobei die Elastizität des Vorhautgewebes durch rezidivierende Balanitiden (Entzündungen), durch Glucosurie (Diabetes mellitus) verursacht wurde. Die rezidivierenden Balanitiden werden durch Bakterien und Pilze verursacht. Selbige Mikroorganismen selbst führen zur Schädigung des Vorhautgewebes. Die am Vorhautgewebe entstandene Gewebsschädigung führt im Rahmen der Abheilung meist zu einer narbigen Abheilung. Wiederholt sich dieser Entzündungsprozess, kommt es zu einer Vielzahl von Narbenbildung. Diese multiple Narbenbildung führt letztendlich zu einer narbigen Veränderung der Vorhaut (Pathomechanismus).

Lichen sklerosus et atrophicus:
Beim Lichen sklerosus handelt es sich um eine Sonderform der narbig entzündlichen Vorhautverengung. Hierbei typisch ist die weisliche Veränderung der Vorhaut. Ein weiteres Charakteristikum ist die Verhärtung der Vorhaut. Die genaue Ursache des Lichen sklerosus (Pathomechanismus) ist nicht geklärt. Es werden unterschiedliche Ursachen diskutiert. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Autoimmunreaktion im Vorhautgewebe, welche diese Sonderform der narbig entzündlichen Vorhauterkrankung unterhält. Der Lichen sklerosus stellt eine dringende Operationsindikation dar und ist durch eine medikamentöse Therapie derzeit nicht behandelbar. Die operative Therapie ist dahingehend zu begründen, sollte die Entzündung des Lichen sklerosus auf die Eichel übergreifen und die Harnröhrenöffnung (Meatus urethrae) befallen, kommt es zu einer zusätzlichen Verengung der Harnröhrenöffnung. Die Therapie einer Verengung der Harnröhrenöffnung ist oft langwierig und nicht immer erfolgreich.

PATHOMECHANISMUS

Welcher Krankheitsmechanismus steckt dahinter (Pathomechanismus)?
Durch Geschlechtsverkehr, Zurückziehen der Vorhaut, Entzündungen kommt es letztlich stets zu Mikroeinrissen im Bereich der gesamten Vorhaut. Das innere Vorhautblatt ist hierfür anfälliger, als das äußere Vorhautblatt. Der Abheilungsmechanismus dieser Mikroeinrisse verläuft nicht immer so, daß es zu einer perfekten Wundheilung kommt. Es kommt zur narbigen Abheilung und bei den genannten Mikroeinrissen zur Mikronarbenbildung. Wird das innere und äußere Vorhautblatt mehr und mehr von solchen Mikronarben durchzogen, verliert die Vorhaut an Elastizität, da diese Narbenbereiche spröde und wieder erneut leicht einreissbar sind. Dieser Effekt summiert sich auf, so dass viele kleine Mikronarben sogenannte Makronarben ergeben, die an der Vorhaut als abgeheilte Einrisse zu erkennen sind. Durch vermehrte Narbenbildung kommt es mehr und mehr zu einem Zusammenziehen der Vorhaut. Durch die kreisförmige Anordnung der Vorhaut kommt es dann auch zur ringförmigen Zusammenziehung der Narbenbildung. Auch narbiger Schnürring genannt.

MEDIZINISCHE VORTEILE DER ZIRKUMZISION

Wurde eine Zirkumzision durchgeführt, zeigt sich die alltägliche Reinigung gegenüber nicht beschnittenen Männer deutlich erleichtert.
Neben der leichteren Reinigung muss aus medizinischer Sicht der anschließende Trocknungsvorgang der Eichelhaut als noch wichtiger angesehen werden! Unter einer Vorhaut entsteht leicht eine feuchte Kammer, in diesem Milieu können sich Krankheitserreger leichter vermehren und zu einer Erkrankung der Vorhaut oder der Harnwege führen. Nach Zirkumzision treten Vorhautentzündungen so gut wie nicht mehr auf. Desweiteren treten Genitalinfektion bei Paaren nach Zirkumzision mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf.
Das Risiko an einem Peniskarzinom als Mann zu erkranken beläuft sich nach Zirkumzision fast gegen 0. Nach Beschneidung sinkt das Risiko an einem Harnwegsinfekt zu erkranken um das 10 fache.

Die Wahrscheinlichkeit um an einer sexuell übertragbaren Erkrankung (HIV, HPV) zu erkranken sinkt nach Beschneidung deutlich.

Woran liegt das?
Die Eintrittspforten für HIV-Viren oder HPV-Viren sind das innere Präputialblatt. Das innere Präputialblatt ist von seinem anatomische Aufbau eher mit weniger Zellschichten versehen. Für HIV oder HPV-Viren ist es somit leichter, diese dünnere Haut zu überwinden. Desweiteren finden sich Langerhanssche Zellen (Immunzellen), welche sich in dieser Haut befinden. Selbige Zellen erleichtern den Transport der genannten Viren durch diesen Hautteil. Im Bereich der Penisschafthaut oder Eichel besteht ein deutlich geringeres Risiko für den Eintritt dieser Viren. Das innere Vorhautblatt ist somit die Hauptgefahrenzone für den Eintritt von HIV-Viren und HPV-Viren.
Deshalb sollte aus medizinischer Sicht die Zirkumzision immer unter kompletter Resektion des inneren Präputialblattes erfolgen!!!

Einzelne HPV Viren können bei Frauen Gebärmutterhalskarzinom (Zervixkarzinom) verursachen. Bei nicht beschnittenen Männern befindet sich ein deutlich erhöhtes Viruspotential von HPV Viren unter der Vorhaut. Selbige werden ausschließlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Weltweit kommt es zu 493.000 Neuerkrankungen am Gebärmutterhalskarzinom weltweit pro Jahr. Umso erschreckender zeigt sich die Rate der jährlichen Todesfälle von 273.000 Frauen. Hierbei lässt sich ganz deutlich zeigen, dass in Ländern mit hoher Zirkumzisionsrate (USA, Australien, islamische Länder) eine deutlich niedrigere Erkrankungsrate vorliegt. In Ländern in welchen relativ selten eine Zirkumzision durchgeführt wird (Ostafrika, Mittelamerika) liegt die Erkrankungsrate von Gebärmutterhalskarzinom bei ca. 100 Frauen auf 100.000 Frauen.

Neben der möglichen HPV Impfung für Jugendliche ab 13 Jahren, stellt die Zirkumzision eine sinnvolle Möglichkeit dar, das Infektionsrisiko durch HPV –Viren deutlich zu verringern. Die Zirkumzision kann als eine „chirurgische Impfung“ angesehen werden.
Angesichts der Gesamtproblematik, welche durch HIV- und HPV Infektionen in den Ländern ausgelöst wird, ist es derzeit nicht abschätzbar, welche Verringerung an menschlichem Leid und Folgekosten eine flächendeckende Zirkumzision bewirken würde.

Aus unserer Sicht ist die Zirkumzision im 21. Jahrhundert ein biomedizinischer Imperativ!

Vor der Operation

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Nach der Operation

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Operationsindikation zur Beschneidung (Zirkumzision)

OP-Aufklärung zum Download als PDF

Die Indikation zur Zirkumzision wird durchgeführt, wenn z.B. vor dem 3. Lebensjahr Schmerzen bei der Miktion oder eine Aufballonierung der Vorhaut während Miktion besteht. In seltenen Fällen tritt sogar eine Harnverhaltung auf. Rezidivierende Harnwegsinfekte oder immer wieder auftretende lokale Entzündlichkeiten im Bereich der Vorhaut, die sich mit lokaler Salbentherapie nicht beheben lassen, stellen eine Indikation zur Zirkumzision dar.

Nach dem 3. Lebensjahr erweitert sich das Indikationsspektrum wenn sich die Vorhaut nur teilweise oder gar nicht nach hinten verschieben lässt. Smegmaretentionen führen meist zu rezidivierenden Entzündlichkeiten. Eine ausreichende Hygiene lässt sich bei stark verengtem Präputium nicht durchführen.

Ebenfalls häufen sich mit zunehmendem Alter Einrisse im Vorhautbereich, die sehr schmerzhaft sein können. Auch hier ist die Indikation zur Operation gestellt.

Der Lichen sklerosus stellt eine narbige chronische Veränderung der Vorhaut dar, wohl eine Autoimmunkrankheit und gilt als Präkanzerose.

Von wissenschaftlicher Seite aus erhärtet sich mittlerweile der Verdacht, dass HPV Viren, die ein Gebärmutterhalskarzinom (Zervixkarzinom) bei der Frau auslösen können. Wahrscheinlich werden diese Viren von Männern auf die Frauen übertragen. Das Risiko an einen Zervixkarzinom zu erkranken steigt. In manchen Ländern (USA) wird deshalb heutzutage die Zirkumzision bereits prophylaktisch durchgeführt, um das Risiko an einem Zervixcarcinom zu erkranken, niedriger zu halten.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.urologie.de/Beschneidung.html

www.urologie.de/phimose.html

Häufig gestellte Fragen

Vor dem operativen Eingriff benötige ich welche Untersuchungen?

Antwort: In Abhängigkeit vom Gesundheitszustand sind Laboruntersuchungen (Blutbild, Blutgerinnung), sowie ein EKG notwendig. Welche Untersuchungen bei Ihnen individuell notwendig sind, wird vor der Operation besprochen.

Was kann ich nach der Operation tun, damit die Operationswunde besser heilt?

Antwort: Aufgrund dieses neuen Hautnahtverschlußkonzeptes benötigen Sie keine Salben oder desinfizierende Sitzbäder.

Ab welchem Zeitpunkt ist nach der Operation Baden oder Duschen erlaubt?

Antwort: Auf Vollbäder sollte eine Woche verzichtet werden. Duschen ist zeitnah nach der Operation möglich (1. postoperativer Tag).

Ab wann ist der Heilungsverlauf abgeschlossen?

Antwort: Bei einem unkomplizierten Heilungsverlauf ist die Heilung nach ca. 8-10 Tagen abgeschlossen. Aufgrund anatomischer individueller Gegebenheiten kann sich der Heilungsverlauf bis zu 14 Tagen hinausziehen.

Wann kann ich wieder Sex haben?

Antwort: Von unserer Seite aus empfehlen wir auf Geschlechtsverkehr ca. 2 Wochen zu verzichten.

Inwieweit verändert die Beschneidung meine Sexualität?

Antwort: Diese Frage kann nicht abschließend beantwortet werden, aber einige Anmerkungen von unserer Seite aus: viele Paare berichten uns über ein zufriedeneres Sexualleben, da der Zeitpunkt bis zur Ejakulation nicht selten verlängert ist. Von Frauen wurde uns berichtet, dass sie jetzt mehr Lust am Sex hätten, da nach der Beschneidung der Penis hygienischer und sauberer wäre.

Wer übernimmt die Kosten für die Beschneidung?

Antwort: Prinzipiell werden die Kosten für die Beschneidung von den Kassen übernommen. Beschneidungen aus religiösen oder persönlichen Gründen ohne medizinische Grundlage sind eine Privatleistung.

OP-Film Hautnahtfreie Beschneidung

Achtung, die Filme sind für Kinder nicht geeignet!

OP-Film Gewöhnliche Beschneidung

Bitte Hinweise beachten