Ärztehaus Kornwestheim Gemeinschaftspraxis für urologie

Hodenhochstand Orchidopexie Funikulolyse

Therapiemöglichkeiten

Therapiemöglichkeiten
Unserer Ansicht nach gehört jeder dystope Hoden behandelt oder regelmässig kontrolliert. Lediglich der Pendelhoden, welcher sich meistenteils im Skrotum befindet, bedarf keiner medikamentösen oder operativen Therapie. Selbiger sollte allerdings einmal im Jahr kontrolliert werden.  Zeigt der Verlauf mit zunehmendem Alter, dass der Hoden dann doch vermehrt im Leistenkanal anzutreffen ist, ist auch hier die weitere Behandlungsindikation gegeben.

Medikamentöse Therapie
Unserer Ansicht nach sollte stets mit der medikamentösen Therapie beim dystopen Hoden begonnen werden. Bei der medikamentösen Therapie handelt es sich um eine Hormontherapie, die den weiteren Descensus des Hodens anregt. In erster Linie kommt ein Nasenspray (Kryptocur) zum Einsatz, es wird 3mal täglich je ein Sprühstoss in jedes Nasenloch über 3 – 4 Wochen gegeben. Selbiges kann allein, oder bei nicht ausreichendem Therapieerfolg mit einem anderen Hormon, dem HCG (Primogonyl) als Injektion in den Muskel verabreicht werden. Selbiges wird für 30 Tage 3mal alle 10 Tage injiziert. Kommt es zu keinem ausreichenden Erfolg, kann ein 2. Behandlungszyklus durchgeführt werden, oder die Indikation zur operativen Therapie gestellt werden.

Operative Therapie
Bei der operativen Therapie handelt es sich um das Aufsuchen des dystopen Hodens an seiner fehlgelagerten Stellen. Es erfolgt die Freipräparation und Mobilisierung des selbigen. Der Hoden wird in das Skrotum verlagert. Ein mitentscheidender Operationsschritt, welcher zum Erfolg der Operation führt, ist die Funikulolyse. Hierbei werden sämtliche Muskelfasern (Muskulus kremaster), die den Samenstrang umgeben, durchtrennt. Auf diese Art und Weise kann der in das Skrotum verlagerte Hoden nicht mehr in den Leistenkanal zurückgezogen werden. Deshalb muss die Orchidopexie und Funikulolyse immer gemeinsam durchgeführt werden.

OP-Film (bitte Hinweise beachten)
Sonderformen der Behandlung eines dystopen Hodens
Wird, aus welchen Gründen auch immer, ein dystoper Hoden erst in höherem Lebensalter diagnostiziert, vertreten wir die Ansicht, auch diesen Hoden in Abhängigkeit von der individuellen Situation, medikamentös oder operativ zu behandeln. Wir gehen davon aus, dass zu jedem Zeitpunkt das individuelle Optimum für die weitere Hodenentwicklung angestrebt werden sollte. Niemand kann bei einem verspätet diagnostizierten dystopen Hoden mit letztendlich Sicherheit beurteilen, welcher Fertilitätsgrad dieser Hoden im geschlechtsfähigen Alter haben wird. Desweiteren kann niemand genau abschätzen, welche Möglichkeiten die Refertilisierungsmedizin in 5, 10 oder 20 Jahren haben wird. Vielleicht wird es dann möglich sein, auch mit einem spärlichen vitalen Hodenrestgewebe eine Schwangerschaft einleiten zu können.

Von diesem Gedanken geleitet, vertreten wir den Standpunkt, jeden dystopen Hoden an seinen, von der Natur angedachten Platz im Skrotum zu verlagern.