Ärztehaus Kornwestheim Gemeinschaftspraxis für urologie

Laserzentrum

Reduktionsplastik des Skrotums in Lasertechnik

Allgemeine Information
Der Hodensack (Skrotum) ist eine zweikammerige Hauttasche, in der die Hoden und seine Hodenanhangsgebilde wie Nebenhoden und Samenleiter liegen. Der Hodensack befindet sich außerhalb des Körpers. Ursächlich hierfür ist die für die Hoden erforderliche niedrige Körpertemperatur. Für die optimale Spermienbildung werden 35 C° benötigt. Circa zwei Grad weniger als die normale Körpertemperatur. Der Hodensack ist ein geniales Organ um entsprechend aller Körperaußentemperaturen die notwendige Temperatur von 35 C° aufrecht zu erhalten. In der Skrotalhaut liegen viele kleinste Muskelfasern. Wärme oder Kälte, Erregung, Anspannung oder Stress sind Faktoren, die den Spannungszustand der Muskelfasern beeinflussen. Ist der Spannungszustand hoch (z.B. Kälte, Stress) verkürzen sich alle Fasern gemeinsam, dementsprechend verkürzt sich die gesamte Skrotalhaut. Das Skrotalvolumen wird kleiner und der gesamte Hodensack zieht sich nach oben Richtung Körperstamm. Die Hoden erhalten etwas mehr Wärme. Bei zu hoher Temperatur geschieht das Gegenteil. Es kommt zur Entspannung und das Skrotum verlängert sich. Die Hoden werden gesenkt vom Körper entfernt und es tritt ein leichter Kühlungseffekt auf. Dieser Mechanismus läuft automatisch und sich selbstregulierend tagtäglich ab.

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Ursachen

Zu welchem Zeitpunkt genau die Diagnose Skrotum elongatum getroffen werden kann, weiß niemand genau. Es handelt sich hier eindeutig um eine subjektive Diagnose. Ein verlängerter Hodensack liegt genau dann vor, wenn er als solcher empfunden wird und das hängende Organ stört.

Was ist für das Skrotum elongatum ursächlich?

Es kommen hier unterschiedlichste Gründe zum Tragen. Zum einen können Störungen des vegetativen Nervensystems im Skrotum die Steuerung der glatten Muskulatur zum Erliegen bringen, somit können sich die Muskeln nicht mehr kontrastieren und über die Zeit dehnt die Schwerkraft den Hodensack. Es kommt zur Verlängerung.

Des Weiteren wurde durch Gewebsuntersuchungen bei manchen Patienten ein prozentualer Rückgang der glatten Muskulatur in der Hodensackhaut, verglichen mit der nicht betroffenen Gruppe, nachgewiesen. Das kann zum einen genetisch bedingt sein, oder auch durch Autoimmunreaktionen hervorgerufen werden. Auch hier tritt wie oben beschrieben der gleiche Effekt auf. Eine Skrotalverlängerung.

Altersbedingte Ursachen, Durchblutungsproblematiken werden ebenfalls diskutiert.

Vorteile der Lasertechnik

Wir empfehlen die Reduktionsplastik des Skrotums in Lasertechnik.

Vorteil 1: Hautschonend
Der Laser ist für das Gewebe hautschonender und einfach anzuwenden. Durch individuell auf Ihren Hauttyp einstellbare Laserstrahlleistung (zwischen 5-30Watt) läßt sich die notwendige Energie optimal einstellen, die Behandlung Ihres Haut- und Unterhautgewebstyps erforderlich ist.

Vorteil 2: Minimales Ödem- und Narbenrisiko
Der Laser ist optimal in seiner Anwendung um ästhetische Ergebnisse zu erreichen. Minimale postoperative Neigung zur Ödembildung (Hautschwellung durch Wassereinlagerung) und minimale Neigung der Narbenbildung durch atraumatische Gewebsbehandlung.

Vorteil 3: Blutung
Der Laser schützt Sie bei und nach der Operation vor Nachblutungen. Das Risiko für eine Nachblutung geht gegen Null! Grund hierfür ist daß der Laserstrahl praktisch jedes Blutgefäß von alleine erkennt und verschließt. Das ist mit konventionellen Operationsinstrumenten wie Skalpell, Schere nicht möglich. Hier muß jedes Blutgefäß unterbunden oder koaguliert werden. Beim Laser ist das nicht notwendig. Ihre Gesamtoperationszeit verkürzt sich dadurch deutlich.

Vorteil 4: Geringeres Risiko für Infektion
Der Laser ist eine hochenergetische Energiequelle die für kurze Zeit (40 ms) an der Haut auftrifft und das Gewebe vaporisiert (verdampft). Dies hat den Effekt, daß zu diesem Zeitpunkt alle Erreger abgetötet werden und ein optimales Klima für die Heilung geschaffen wird. Hierdurch werden alle zuvor eingeleiteten desinfizierenden Verfahren optimiert.

Operation und Operationstechnik

Bei der operativen Verkürzung des verlängerten Hodensacks es wird auch von der Reduktionsplastik des Skrotums gesprochen. Wie das Wort Reduktionsplastik es bereits andeutet handelt es sich bei diesem Eingriff um eine Operation aus der plastischen urologischen Chirurgie. In unserem Hause wird der Eingriff in aller Regel in Vollnarkose durchgeführt. An dieser Stelle soll ausdrücklich erwähnt sein, daß es sich hier nicht um einen kleinen Eingriff handelt! Soll ein gutes ästhetisches Ergebnis erreicht werden, müssen die Gesetze der Symmetrie beachtet werden, was meist eine längere Schnittführung erfordert, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht. Auch wenn das Laienverständnis der Ansicht ist, “ …da muss man ja nur ein kleines Eckchen entfernen….“, geht das selten gut.

Bezüglich der Operationen sollten Sie in Abhängigkeit vom Befund von 1 1/2 Stunden bis zu 2 1/2 Stunden ausgehen. Die längeren Operationen entstehenden, wenn im Einzelfall aufwändige Unterhautrekonstruktionen zur zusätzlichen Stabilisierung erforderlich sind

Wir führen die Reduktionsplastik des Skrotum ausschließlich mit einem CO2-LASER durch. Zum Hautverschluss werden der Situation entsprechend selbstauflösende Fäden verwendet.

Die Operation findet ambulant statt. Ein Klinikaufenthalt mit Übernachtung bei uns ist nicht notwendig. Vor der Operation müssen blutverdünnende Medikamente abgesetzt werden.

Narbenkorrektur und/oder plastische Korrektur nach Voroperation

Am Skrotum hat bereits eine Operation stattgefunden. Hierbei kann es sich um eine Reduktionsplastik des Skrotum gehandelt haben oder um eine andere Operation im Genitalbereich, wobei es zu einer Veränderung der Skrotalhaut oder der Gestalt des Skrotum gekommen ist. Diese Korrekturoperationen führen wir ebenfalls in Lasertechnik durch.
Bei Korrektur- und Rekonstruktionsoperationen muss im Vorfeld mit jedem Patienten ausführlich besprochen werden, welches Ziel operationstechnisch noch erreicht werden kann. Dieser Sachverhalt muss dann mit der Zielvorstellungen Patienten abgeglichen und erörtert werden. Aufgrund des Ist-Zustandes nach Voroperation kann nicht mehr zwingend jedes Wunschergebnis erreicht werden. Trotzdem lassen sich in den meisten Fällen deutlich ästhetisch verbesserte Ergebnisse erreichen.

Vor der Operation

Wir führen vor der Operation mit Ihnen mehrere Aufklärungs- und Informationsgespräche durch. Das kann auf Ihren Wunsch per Mail oder auch in unserer Praxis erfolgen. Sollten Sie für die Operation entscheiden, wird zuerst eine Untersuchung des Skrotums, der Hoden und Nebenkosten durchgeführt. Dies erfolgt palpatorisch und durch eine sonographische Untersuchung. Es werden somit Begleiterkrankungen ausgeschlossen oder andere Ursachen, die für ein Skrotum elongatum mitverantwortlich sein können.

Der Aufklärungsbogen wird mit Ihnen ausführlich besprochen. Es erfolgt eine Fotodokumentation des Ausgangsbefundes. Sie legen dann fest wieviel vom verlängerten Skrotum gekürzt werden soll. Meine Aufgabe besteht darin, Sie dahingehend zu beraten, ob Ihre Wunschvorstellung operativ umgesetzt werden kann. Hierbei werde ich Ihnen stets an Ihren Wünschen angelehnt, die Vor und Nachteile des von Ihnen gewünschten Kürzungsgrades darstellen. So lässt sich ein gutes Ergebnis erzielen.

Vor der Operation wird die Schnittführung bei Ihnen angezeichnet. Erneute Fotodokumentation.

Des weiteren erachten wir es für sinnvoll ausreichend Erholung für die Zeit nach der Operation einzuplanen und die Ausfallzeiten rechtzeitig mit z.B. Arbeitgeber, Familie und Freunden klären.

Gegebenenfalls benötigte Hilfestellung von Familie oder Freunden für die Zeit nach der Operation rechtzeitig abzustimmen.

Sich bezüglich Medikamenteneinnahme, Essen und Trinken vor der Operation usw. strikt an die Vorgaben des Arztes zu halten, bei Unsicherheit besser noch mal nachfragen.

Nach der Operation

Die Operation ist beendet. Sie werden im Aufwachraum unseres ambulanten Operationszentrums bezüglich Ihrer Vitalfunktionen überwacht. Wenn von Ihnen gewünscht, kann eine Person Ihres Vertrauens im Aufwachraum bei Ihnen sein. Sie verlassen unsere Praxis dann, wenn Sie sich gut fühlen und eine Person Sie auf dem Heimweg begleitet.

In aller Regel finden am nächsten Tag die Wundkontrolle und der Verbandswechsel in der Praxis statt. Die Anlage eines Hodenhalters (Suspensoriums) wird empfohlen. Fortfolgende Verbandswechsel führen Sie selbst durch. Sie werden diesbezüglich angeleitet.

In den nächsten 14 Tagen sollten Sie vermehrt Ruhe einhalten. Auch das Kühlen des Skrotums mit einem Kühlelement 20 – 30 Minuten pro Stunde wird empfohlen. Sie verringern die Schwellungsneigung und ggf. Schmerzmittelbedarf. Der Heilungsverlauf wird deutlich beschleunigt. Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationsmöglichkeiten verringert. Sollten Schmerzmittel benötigt werden sind Antiphlogistika (z.B. Ibuprofen oder Voltaren) ausreichend. Auf keinen Fall Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin oder ASS).

Sollten Sie von irgendwoher Informationen bekommen, dass der Heilungsverlauf bei einer Reduktionsplastik des Skrotums nur 2-3 Tage bedarf und Sie dann garantiert problemlos wieder voll einsatzfähig sind, da sollte hier klargestellt sein, dass wir diese Ansicht nicht teilen.

Die Fäden sollten sich ab dem 12. Tag selbst auflösen. Die Entfernung der Fäden um den 15.Tag macht Sinn, wenn sich die Fäden bis dahin nicht selbst aufgelöst haben.

Sind die Fäden entfernt und der Wundverschluss primär verheilt, sollten Sie sich wieder zunehmend belasten.

Wir empfehlen sich nach der Operation zu schonen. Duschen ist täglich möglich. Baden hingegen ist zu unterlassen. Striktes Solarium-Verbot, um den Heilungsverlaufslauf nicht ungünstig zu beeinflussen.

Bei auftretenden Komplikationen nicht bis zum nächsten Kontrolltermin warten, sondern sofort Kontakt zum Arzt aufnehmen.

Narkoseformen

Die Operation wird bei uns in aller Regel in Vollnarkose (Propofol) durchgeführt. Warum Vollnarkose? Den meisten Patienten ist es nicht möglich eine Operationsdauer von 11/2 Stunden bis 21/2 Stunden in lokaler Betäubung durchzustehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten lokalen Betäubungsmittel über diese Zeiträume nicht wirken und nachgespritzt werden müssen. All dies kompliziert die Operation unnötig und erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein nicht zufriedenstellendes postoperatives Ergebnis. Das Gleiche gilt auch für die Analgosedierung. Trotzdem bieten wir Ihnen diese Varianten an wenn Sie es wünschen.

Kosten

Bei der Reduktionsplastik des Skrotums handelt es sich in aller Regel um eine Selbstzahlerleistung. Die Kosten werden primär Ihnen selbst übernommen. Unserer Erfahrung nach werden aber die Kosten von manchen Kassen komplett oder zum Teil erstattet. Das müssen Sie mit Ihrer Kasse selbst klären.

Aufklärungsbogen zur Reduktionsplastik des Skrotums in Lasertechnik

Aufklärungsbogen zur Reduktionsplastik des Skrotums in Lasertechnik (als PDF)