Ärztehaus Kornwestheim Gemeinschaftspraxis für urologie

Dr. med. Marc Armbruster

Mikrochirurgische Refertilisation / Vaso-Vasostomie

Vasovasostomie

Lieber Patient,

herzlich Willkommen auf unserer Informationsseite über die mikrochirurgische Refertilisierung beim Mann. Sie haben also eine Vasektomie durchführen lassen und spielen nun mit dem Gedanken, diese wieder rückgängig zu machen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Männern, deren Lebensweg eine zuvor nicht geplante Änderung eingeschlagen hat.

Nachdem Herr Dr. Armbruster die Operationstechnik im Jahre 2004 im Zentrum für Mikrochirurgie am Weill Cornell Medical Center in New York, USA (Prof. Dr. Marc Goldstein) erlernt hat, stellt diese Operation zwischenzeitlich ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit dar.
Herr Dr. Armbruster wendet hier ein spezielles dreischichtiges Nahtverfahren an. Diese etwas aufwändigere Technik hat höhere Durchgängigkeitsraten als die in viele Kliniken durchgeführte zweischichtige Naht. Herr Dr. Armbruster führt die Operation ca. 70 Mal pro Jahr durch.

Unser ambulantes Operationszentrum ist nach DIN ISO 9001 zertifiziert und garantiert ein persönliches Ambiente mit Betreuung durch ein erfahrenes Team. Der Eingriff wird nur von Herrn Dr. Armbruster persönlich durchgeführt.

Im Folgenden sind noch allgemeine Informationen über die Operation und den Ablauf aufgelistet.

Für weitere Rückfragen steht Ihnen Herr Dr. Armbruster gerne auch per E-Mail: drarmbruster@aerztehaus-kornwestheim.de  //  Kontaktformular
sowie unter Telefon: 07154 96 59 992 zur Verfügung.

 

Allgemeines

Ca. 50.000 Männer lassen sich jährlich in Deutschland sterilisieren, sechs Prozent von ihnen bereuen diesen Schritt und planen eine Refertilisierung. Diese ist die erste Methode der Wahl, um einen Kinderwunsch nach erfolgter Vasektomie zu verwirklichen.
Diese Tatsache basiert auf höheren Erfolgsraten der mikrochirurgischen Vaso-Vasostomie/VVS (Zusammenführen der beiden durchtrennten Samenleiterenden) beziehungsweise der mikrochirurgischen Tubulovasostomie/TVS (das obere, zur Harnröhre verlaufende Samenleiterende wird direkt mit einem Nebenhodenkanälchen verbunden) sowie auf der niedrigeren Komplikationsrate im Vergleich zu den bekannten Maßnahmen der künstlichen Befruchtung (ICSI, IVF).

Im Schnitt lassen sich Männer um das 30. Lebensjahr sterilisieren und machen es acht Jahre später wieder rückgängig. Der Eingriff erfolgt ambulant unter Vollnarkose. Der Patient kann schon ein bis zwei Tage nach der Operation wieder duschen.
Um die Durchgängigkeit der Samenleiter zu überprüfen wird nach drei, sechs und zwölf Monaten eine mikroskopische Untersuchung der Samenflüssigkeit empfohlen. Die Durchgängigkeitsrate nach der Operation liegt bei 85-95%, die Schwangerschaftsrate ein Jahr postoperativ bei 60-70%.

Vorbereitung

Wir besprechen mit Ihnen zunächst den Operationsvorgang, um herauszufinden, ob die Refertilisierung die geeignete Methode ist. Es wird kurz der Gesundheitsstatus abgefragt und eine körperliche Untersuchung vorgenommen.
Wichtig ist auch eine Evaluation der Erfolgsaussichten des anstehenden Eingriffes. Abhängig von der Zeitspanne der zurückliegenden Sterilisation sind natürlich auch die zu erzielenden Schwangerschaftsraten nach Refertilisation. Nach ausführlicher Aufklärung werden Sie dann gebeten, das Aufklärungsformular zu unterschreiben. Dadurch bestätigen Sie, dass Sie den Vorgang der Refertilisierung sowie die möglichen daraus resultierenden potentiellen Risiken verstanden haben.

Die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten sollte fünf Tage vor dem Eingriff, der Genuss von Alkohol am Tag des Eingriffes vermieden werden. Zusätzlich wird empfohlen, den Penis und das Skrotum am Tag vor der OP zu rasieren.

Behandlung

Der Samenleiter ist ein sehr dünner Strang, in welchem die Spermien von dem „Produktionsort“ Hoden und Nebenhoden in Richtung Harnröhre wandern.
Er hat einen Durchmesser von ca. drei bis vier Millimeter, wobei das tatsächliche Lumen (auch innerste Schicht genannt), in welchem die Spermien sich bewegen, nur ca. 0,3 mm misst. Die äußere Schicht ist dicker und sehr muskulös. Sie unterstützt die Spermien in ihrer Wanderung in Richtung Harnröhre. Bei der Operation wird zunächst der Samenleiter über einen ca. 3 cm messenden Hautschnitt freigelegt. Das narbige Gewebe des durchtrennten Samenleiters wird entfernt, um frische Samenleiterenden zu erhalten. Es wird anschließend die Durchgängigkeit in Richtung Nebenhoden überprüft. Dies geschieht, indem die aus dem frisch durchtrennten Samenleiterende auslaufende Flüssigkeit unter dem Mikroskop untersucht wird. Zeigen sich Spermien, kann die OP planmäßig weitergeführt werden. In manchen Fällen allerdings kommt es durch die Sterilisation zu einer starken Druckerhöhung in den Nebenhodenkanälchen, worauf diese platzen und einen narbig bedingten Nebenhodenverschluss zur Folge haben. In diesem Fall wird dann der Samenleiter direkt mit einem Nebenhodenkanälchen verbunden.

Dank moderner mikrochirurgischer Verfahren ist die Erfolgsrate trotz dieser sehr feinen Strukturen relativ hoch. In zehn- bis vierzigfacher Vergrößerung werden die beiden Samenleiter mittels hauchdünnen, mit dem Auge kaum erkennbaren Fäden wieder aneinandergenäht.

Nachsorge

Nach der OP wird ein Pflasterverband zum Wundschutz angebracht. Zusätzlich wird das Tragen eines Suspensoriums („Hodenhalter“) für die ersten zwei Wochen nach der OP empfohlen. Zur Erfolgskontrolle werden Spermiogramme im Abstand von drei, sechs und zwölf Monaten durchgeführt.

Mögliche Komplikationen

In der Hand eines geübten Operateurs ist die Komplikationsrate bei der Vaso-Vasostomie bzw. Tubulovasostomie sehr gering. Dennoch kann es in seltenen Fällen zu Wundinfektionen, Wundheilungsstörungen und Blutergüssen kommen.

Wie sind die Erfolgsraten?

Die Erfolgsraten sind abhängig von der Dauer der zurückliegenden Sterilisation. Laut einer Statistik der American Society of Reproductive Medicine (ASRM) liegt die Durchgängigkeitsrate innerhalb der ersten drei Jahre nach Sterilisation bei 95%, die Schwangerschaftsrate bei 75%. Nach 15 Jahren liegt die Durchgängigkeitsrate bei 70%, die Schwangerschaftsrate bei 30%. Der Grund für die niedrigere Schwangerschaftsrate liegt darin, dass hier auch die weiblichen Fertilitätsfaktoren (z.B. Alter der Partnerin) mit eine entscheidende Rolle spielen.