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Hodenkrebs - Ursachen, Symptome und Behandlung des Hodenkarzinoms

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 4.000 Männer an einem bösartigen Hodentumor. Mit rund 2 Prozent aller Tumorerkrankungen zählt der Hodenkrebs (Hodenkarzinom) damit zu den eher seltenen Krebsformen.

Betroffen sind vor allem junge Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, selten auch jünger. Dank intensiver Forschung gilt die Erkrankung heute auch in fortgeschrittenen Stadien als gut behandelbar. Dennoch sollten Patienten bei verdächtigten Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen.

Was ist Hodenkrebs?

Hodentumore haben ihren Ursprung in einem der beiden Hoden. Der überwiegende Teil der Neubildungen (etwa 90 Prozent) entsteht aus entartetem Keimzellengewebe. Die Geschwülste sind daher auch als Keimzellentumore bekannt. Sie werden wiederum in sogenannte Seminome und Nicht-Seminome unterteilt. 

Ebenfalls möglich, aber seltener, sind Hodentumore, die von den Testosteron produzierenden Zellen oder dem Stützgewebe des Hodens ausgehen (Leydig- und Sertoli-Zelltumoren). Auch Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer Krebsarten können sich in den Hoden bilden.

Unbehandelt kann sich der Hodenkrebs auf beide Hoden ausbreiten sowie die Nebenhoden und Samenleiter befallen. Über die Lymph- und Blutbahnen gelangen die Krebszellen in andere Organe, wo sie Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden können.

Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb für den Behandlungserfolg von großer Bedeutung. Mit einer sofortigen Therapie sind die Heilungschancen bei einem Hodenkarzinom gut. Auch in fortgeschrittenen Stadien mit bereits erfolgter Metastasierung lässt sich häufig eine vollständige Genesung des Patienten erreichen.

Ursachen und Risikofaktoren

Wie Hodentumore entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Experten vermuten aber, dass es ein Zusammenspiel aus erblichen Faktoren und Umwelteinflüssen ist, das die Bildung von Hodenkarzinomen begünstigt. Darüber hinaus konnten die folgenden Risikofaktoren identifiziert werden, die ebenfalls Einfluss auf die Entstehung der Krebsform haben:

- Hodenhochstand

Der Hodenhochstand gilt als einer der größten Risikofaktoren für Hodentumore. Er tritt vor allem bei Neugeborenen auf. Durch falsche Lage der Hoden befinden sich diese nicht permanent im Hodensack, sondern im Bauchraum oder dem Leistenkanal. Auch bei korrigiertem Hodenhochstand steigt das Risiko, im späteren Leben an einem Hodenkarzinom zu erkranken, an.

- Familiäre Vorbelastung

Oft tritt Hodenkrebs in Familien gehäuft auf. Dann besteht auch für die restlichen männlichen Verwandten ein erhöhtes Risiko, an einem Hodentumor zu erkranken. Dies gilt insbesondere, wenn der leibliche Bruder oder Vater an Hodenkrebs erkrankt ist bzw. war.

Symptome

Nur selten verursachen Hodentumore Beschwerden oder Schmerzen. Meist werden die Geschwülste zufällig bei einer Selbstuntersuchung, einer Tastuntersuchung beim Urologen oder einem Ultraschall der Hoden bei unerfülltem Kinderwunsch entdeckt.

Hodenkarzinome machen sich beim Abtasten der Testikel (Hoden) durch meist schmerzlose Verhärtungen bemerkbar. Darüber hinaus können im Verlauf der Erkrankung die folgenden Symptome auftreten:

- Rückenschmerzen
- Schweregefühl in den Hoden
- ziehende Schmerzen in Hoden und/oder Leiste
- geschwollene und schmerzende Brustdrüsen

Diese Symptome müssen nicht zwangsläufig auf eine Krebserkrankung hindeuten, sondern können auch anderen Ursprungs sein. Eine sichere Diagnose ist jedoch nur durch eine eingehende Hoden-Untersuchung bei einem Urologen möglich.

Behandlung

Die primäre Behandlung von Hodenkrebs besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Hodens. Bei dieser Operation wird der Hoden mitsamt Nebenhoden und Samenstrang entfernt. Die Operation selbst dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Wenn es sich um einen bösartigen Tumor handelt, wird bei dieser Gelegenheit auch an dem anderen Hoden eine Gewebeprobe entnommen, um auszuschließen, dass sich auf dieser Hodenseite ebenfalls Krebszellen oder Vorstufen von Krebs befinden. 

Je nachdem, um welche Tumorart es sich handelt und wie groß der Tumor ist/war, sind weitere Maßnahmen erforderlich. Beispiele hierfür sind Chemotherapie, Bestrahlung und die Entfernung der Lymphknoten im Bauchraum. Oft werden diese Verfahren miteinander kombiniert, um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen. So wird eine Überlebensrate von etwa 95 % erreicht. Welches die beste Behandlung oder Behandlungskombination ist, lässt sich jedoch pauschal nicht sagen, es kommt immer auf den Einzelfall an!

Behandelnde Ärzte: Dr. Armbruster und Dr. Gärtner

Dr. Armbruster und Dr. Gärtner sind Fachärzte für Urologie und teilen unter anderem ein großes Interesse an Operationen im Rahmen urologischer Behandlungen. Mit langjähriger Erfahrung und großer Expertise führen sie in dem ambulanten OP-Zentrum ihrer urologischen Facharztpraxis in Kornwestheim verschiedene ambulante Operationen durch und betreuen Sie fachkundig bei einer Erkrankung an Hodenkrebs. Dr. Armbruster und Dr. Gärtner stehen Ihnen selbstverständlich auch zur Verfügung, wenn Sie sich eine Zweitmeinung zu Ihrer Erkrankung einholen möchten.

Häufig gestellte Fragen zu Hodenkrebs

Die Heilungschancen von Hodenkrebs sind sehr gut. Dank der verschiedenen Therapiemöglichkeiten (vor allem Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) liegt die Überlebensrate im Durchschnitt bei etwa 95 %. Wenn der Tumor nur auf den Hoden beschränkt ist, liegen die Chancen auf Heilung bei nahezu 100 %. Selbst wenn der Hodenkrebs bereits metastasiert hat und schon andere Organe betroffen sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit auf Heilung mehr als 80 %.

Hodenkrebs kann schon im Kindesalter auftreten. Besonders häufig (wenn auch insgesamt selten) sind 2- bis 4-Jährige und 15- bis 19-Jährige betroffen. Die größte Altersgruppe machen jedoch die 20- bis 40-jährigen Männer aus. In dieser Altersgruppe ist Hodenkrebs die häufigste Krebserkrankung. 

Hodentumore lassen sich am besten durch eine Tastuntersuchung entdecken. Diese kann (und sollte) jeder Jugendliche und Mann regelmäßig selbst durchführen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt allen Männern zwischen 14 und 45 Jahren, mindestens einmal monatlich selbst die Hoden abzutasten.

Wenn Sie dabei folgende Auffälligkeiten feststellen, sollten Sie einen Arzt für weitere Untersuchungen aufsuchen:

- einseitige, schmerzlose Vergrößerung des Hodens
- Verhärtung oder Knoten in einem Hoden
- Schweregefühl im Hoden
- einseitiges Ziehen im Hodenbereich

Übrigens: Selbstuntersuchungen sind sehr erfolgreich. Dank ihnen werden Experten zufolge etwa 80% aller Hodentumore vom Patienten selbst entdeckt - und zwar schon in einem Frühstadium.

Es lohnt sich also, die nur wenige Minuten dauernde Tastuntersuchung zur regelmäßigen Routine zu machen - zum Beispiel nach einer warmen Dusche, dann ist der Hodensack entspannt und lässt sich gut abtasten.

Nach dem Abschluss der Behandlung eines Hodentumors ist eine langfristige Nachsorge von großer Bedeutung. Sie dient einerseits dazu, durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen ein erneutes Auftreten des Tumors (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln - auch bei einem Rezidiv sind die Heilungschancen bei Hodenkrebs sehr gut.

Andererseits dient die Nachsorge dazu, andere Krankheiten zu erkennen, die sich als Folgen der Tumorbehandlung entwickeln. Hierzu gehören nicht nur körperliche Erkrankungen, sondern auch psychische Folgen der Krebstherapie. 

Zur Nachsorge gehört neben einer umfassenden körperlichen Untersuchung auch eine Blutuntersuchung, bei der die vorhandenen Tumormarker im Blut bestimmt werden. Außerdem wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des zweiten, verbliebenen Hodens vorgenommen. Die Nachuntersuchungen folgen unmittelbar nach der Therapie in relativ kurzen zeitlichen Abständen. Wenn alles unauffällig bleibt, können die Abstände dann zunehmend länger werden. 

Hodenkrebs ist grundsätzlich nicht ansteckend, weder für Männer noch für Frauen. Tumorzellen sind nicht mit Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren zu vergleichen. Anders als diese werden Krebszellen zum Beispiel gar nicht vom Körper ausgeschieden. Sollte das doch einmal der Fall sein, sind die Zellen außerhalb des Körpers nicht lebensfähig oder bereits abgestorben. 

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass lebende Krebszellen auf irgendeine Weise in den Körper eines gesunden Menschen gelangen, müssen Sie sich dennoch keine Sorgen machen. Das Immunsystem hat die Aufgabe, körperfremde Zellen zu erkennen und zu beseitigen.

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