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Prostataentzündung - Symptome, Ursachen und Behandlung

Die etwa kastaniengroße Vorsteherdrüse (Prostata) befindet sich zwischen der Beckenbodenmuskulatur und der Harnblase des Mannes. Das Organ, das hauptsächlich aus Drüsen besteht, produziert ein Sekret, das es beim Samenerguss in die Harnröhre abgibt, wo es sich mit Spermien vermischt. Bei erwachsenen Männern kommt es gelegentlich vor, dass sich die Prostata entzündet. Bei frühzeitiger Diagnose und Therapie lässt sich die Prostataentzündung (Prostatitis) jedoch gut in den Griff bekommen.

Was ist eine Prostataentzündung?

Bei einer Prostataentzündung kommt es zu einer Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata). In der Medizin wird zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf unterschieden. Sowohl die akute als auch die chronische Prostatitis kann bakteriellen Ursprungs sein. Wird die Entzündung nicht von Bakterien hervorgerufen, sprechen Mediziner von einer abakteriellen Form der Prostatitis bzw. dem "Prostataschmerzsyndrom". 

Ursachen

Bei etwa 10 % der Patienten sind Bakterien der Auslöser für eine akute Prostatitis. Diese gelangen über das Blut oder die Harnröhre in die Prostata und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Am häufigsten ist das sogenannte Escherichia Coli-Bakterium (E.coli) der Auslöser, es gibt aber noch andere Bakterien, die zu einer Entzündung der Prostata führen können. 

Insbesondere bei einer chronischen Prostatitis lassen sich häufig keine Bakterien nachweisen, sodass eine eindeutige Ursache in diesen Fällen nicht identifiziert werden kann. Es gibt verschiedene Theorien zu den möglichen Ursachen, wie zum Beispiel die Annahme, dass eine Blasenentleerungsstörung die Entzündung verursacht haben könnte.

Auch Störungen des Immunsystems, psychosomatische Störungen und psychische Faktoren werden als Auslöser einer Prostataentzündung diskutiert. Ob sie allerdings Ursache oder Folge der Erkrankung sind, ist bislang noch nicht geklärt. 

In seltenen Fällen ist die Entzündung einer Folge anatomischer Besonderheiten wie zum Beispiel einer Harnwegsverengung durch Prostatasteine oder Tumoren. 

Symptome

Die akute Prostatitis tritt plötzlich auf und geht mit allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Unwohlsein und Schüttelfrost einher. Darüber hinaus kommt es zu einem Druck- bzw. Schmerzgefühl im Damm- und Afterbereich, Schmerzen beim Wasserlassen sowie Schmerzen im Unterbauch und im unteren Rücken im Bereich der Nieren. Häufiger Harndrang mit jeweils nur kleinen Mengen Urin sowie Erektionsprobleme, andere sexuelle Funktionsstörungen oder eine schmerzhafte Ejakulation sind ebenfalls mögliche Anzeichen für eine akute Prostataentzündung. 

Heilt eine akute bakterielle Prostataentzündung nicht richtig aus, kann sie chronisch werden. Die chronisch bakterielle Prostatitis kann ebenfalls Druckgefühle im Damm- und Afterbereich sowie Schmerzen beim Wasserlassen auslösen.

Von einer chronisch bakteriellen Prostatitis wird gesprochen, wenn die Entzündung seit mindestens drei Monaten besteht und sich im Prostataexprimat (durch Prostatamassage gewonnenes Sekret), im Urin oder im Ejakulat entsprechende Keime befinden. Das lässt sich über eine Laboruntersuchung feststellen. In den meisten Fällen lassen sich jedoch bei der Untersuchung keine Erreger nachweisen. In diesem Fall ist der Auslöser für die Entzündung unbekannt, was als chronisches Prostataschmerzsyndrom (abakterielle chronische Prostatitis) bezeichnet wird. 

Diagnostik

Besteht anhand der beschriebenen Symptomatik der Verdacht auf eine Prostataentzündung, erfolgt eine körperliche Untersuchung. Vom Enddarm her wird die Prostata abgetastet, die bei einer Entzündung meistens geschwollen ist und schmerzt. Bei einer Ultraschalluntersuchung werden entzündliche Gewebeveränderungen sichtbar.

Um die Ursache der Entzündung zu identifizieren, bedarf es einer Laboruntersuchung von Urin, Blut und - falls nötig - Sperma. Ein mögliches Verfahren ist die sogenannte 4-Gläserprobe, bei der insgesamt vier Proben genommen werden: Ersturin und Mittelstrahlurin aus einer normalen Blasenentleerung, dann folgen nach einer Prostatamassage Prostataexprimat und Urin. Wenn in den Proben Bakterien nachgewiesen werden, kann mithilfe einer angelegten Kultur die Art der Bakterien bestimmt werden.

Behandlung

Je nach Ursache der Prostataentzündung ist eine andere Behandlung angeraten. Handelt es sich um eine akute bakterielle Infektion, sind Antibiotika das Mittel der Wahl. In der Regel werden die Medikamente über 10 Tage eingenommen.

Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis verlängert sich der Einnahmezeitraum auf 4 bis 6 Monate. Wichtig ist, dass die Einnahme nicht selbstständig abgebrochen wird, weil sich die Beschwerden bessern. Nur bei ausreichend langer Einnahme wird ein Rückfall verhindert und die Wahrscheinlichkeit für ein späteres erneutes Auftreten verringert. 

Bei einer chronischen abakteriellen Prostatitis helfen Antibiotika meist nicht. Stattdessen werden andere Arzneimittel wie Alphablocker eingesetzt, die unter anderem den Hormonhaushalt verändern und das Prostatawachstum hemmen.

Auch pflanzliche Mittel finden Anwendung. Bei Bedarf kann die medikamentöse Behandlung durch eine physikalische Therapie unterstützt werden. Diese kann zum Beispiel Beckenbodengymnastik, Prostatamassage oder Bewegungstherapie umfassen. Zur Linderung der Schmerzen bieten sich eine Wärmetherapie oder Schmerzmittel an. 

Behandelnde Ärzte: Dr. Armbruster und Dr. Gärtner

In ihrer Gemeinschaftspraxis für Urologie beraten und behandeln Dr. med. M. Armbruster und Dr. med. J. Gärtner regelmäßig Patienten mit akuter oder chronischer Prostataentzündung. Im praxiseigenen Labor können Sie Urin-, Sperma-, Blut- und Stuhluntersuchungen durchführen und so die Diagnostik beschleunigen. Dr. Gärtner und Dr. Armbruster folgen bei der Behandlung der Prostatitis selbstverständlich den Leitlinien der etablierten Fachgesellschaften und legen dabei großen Wert auf ein vertrauensvolles Miteinander von Patient und Arzt.

Häufig gestellte Fragen zur Prostataentzündung

Eine Prostataentzündung kann verschiedene Ursachen haben und zum Beispiel die Folge eines Bakterienbefalls sein. Wenn Bakterien in die Prostata gelangen, werden sie von Immunzellen bekämpft, die eine Entzündungsreaktion auslösen.

Oft kommen die Bakterien durch die Harnwege zur Prostata, nur selten über das Blut. Nicht immer lassen sich Bakterien als Ursache der Prostataentzündung bestätigen, oft kann gar keine sichere Ursache festgestellt werden. Theoretisch sind auch psychische Faktoren als Auslöser denkbar. 

Eine Prostataentzündung kann folgende Beschwerden hervorrufen, die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten müssen:

- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- starker Harndrang
- Miktionsstörungen (Abgabe nur geringer Mengen Urin)
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Druckgefühl / Schmerzen im Dammbereich
- Schmerzen im Unterleib, unteren Rücken und in den Leisten
- Schmerzen in Penis und Hoden
- Probleme oder Schmerzen bei der Ejakulation
- Blut im Ejakulat
- Fieber, Schüttelfrost

Bei einer Prostataentzündung treten starke Schmerzen im Damm- und Analbereich auf. Außerdem kann es zu Schmerzen beim Wasserlassen oder bei der Ejakulation kommen.

Die Heilungsdauer einer Prostataentzündung ist individuell höchst unterschiedlich. Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis mit Antibiotika-Behandlung können sich die Symptome bereits innerhalb von 1 bis 2 Wochen deutlich bessern. Bei manchen Patienten dauert die Heilung jedoch deutlich länger. Dies gilt insbesondere bei einer chronischen Prostataentzündung, bei der meist eine medikamentöse Behandlung über mehrere Wochen erforderlich ist.

Da verschiedene Bakterien infrage kommen, die eine Prostatitis hervorrufen können, muss zunächst der Erreger bekannt sein. Mithilfe einer angelegten Kultur werden die Bakterien identifiziert. Bei einer nicht-bakteriellen Prostataentzündung sind Antibiotika nicht wirksam. Stattdessen kommen entzündungshemmende Medikamente oder sogenannte Alphablocker zum Einsatz.

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