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Prostatakrebs - Entstehung, Symptome und Therapiemöglichkeiten

Das Prostatakarzinom ist ein maligner (bösartiger) Tumor der Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt). Es ist mit 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern und tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf. Kennzeichnend für das Prostatakarzinom ist sein im Vergleich zu anderen Krebsarten sehr langsames Wachstum. Bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen groß.

Was ist Prostatakrebs?

Laut dem Robert-Koch-Institut ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Etwa jede vierte Krebsdiagnose (26 Prozent) geht bei Männern auf das Konto von Prostatakrebs. Betroffen sind in erster Linie ältere Männer über 60 Jahre. Nur 10 Prozent der Erkrankten sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger. Das mittlere Erkrankungsalter bei einem Prostatakarzinom liegt aktuellen Statistiken zufolge bei 69 Jahren.

Hervorgerufen wird der Krebs durch entartete Zellen im Inneren der Vorsteherdrüse. Sie können über Jahre hinweg, ohne Symptome zu verursachen, in der Prostata schlummern. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und modernen Diagnosemethoden lassen sich viele dieser Tumore im Frühstadium entdecken und behandeln. Bleibt der Krebs jedoch lange Zeit unentdeckt, kann er irgendwann durch die Gewebekapsel der Prostata brechen und sich in den benachbarten Organen ausbreiten. Betroffen sind dann meist zuerst die Harnblase, die Samenblasen und der Mastdarm.

Hat sich das Prostatakarzinom ausgebreitet, besteht das Risiko, dass es die umliegenden Lymphknoten befällt und über die Lymph- und Blutbahnen Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet (streut). Diese finden sich in fortgeschrittenen Stadien häufig im Becken, an der Wirbelsäule und den Rippen. Auch ein Befall von Lunge und Leber lässt sich bei einigen Betroffenen beobachten.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei frühzeitiger Diagnose sind die Heilungschancen des Prostatakarzinoms gut. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft überleben etwa neun von zehn Männern die Erkrankung, wenn sie früh erkannt und behandelt wird.

In einigen Fällen ist sogar keine Therapie notwendig. Stattdessen erfolgt nur eine engmaschige ärztliche Kontrolle des Tumors. Diese „aktive Überwachung“ (engl.: active surveillance) ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn das Prostatakarzinom nur durch Zufall entdeckt, bei den Voruntersuchungen jedoch nicht durchweg diagnostiziert wurde und es nur einen geringen Grad Malignität (Bösartigkeit) aufweist. Angesichts der teilweise gravierenden Nebenwirkungen der heilenden Tumortherapie ist diese Therapiestrategie für ausgewählte Patienten eine Alternative. In hohem Lebensalter oder bei ansonsten schlechtem Gesundheitszustand kann gar eine Therapiestrategie gemäß „beobachtetem Abwarten“ (engl.: „watchful waiting“) gewählt werden.

Zur kurativen Behandlung eines Prostatakarzinoms stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Operation

Eine Operation kommt bei einem lokal begrenzten, teilweise auch bei einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom infrage, das noch nicht gestreut hat. In diesem Fall liegt die Heilungschance für Männer unter 70 Jahren bei nahezu 100 %. Wenn sich jedoch bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, ist ein heilender Behandlungserfolg unwahrscheinlich. Unklar ist noch der Stellenwert der operativen Tumorentfernung im Zusammenspiel mit anderen Therapiestrategien.

Bestrahlung

Für Männer, die aufgrund von Vorerkrankungen nicht operiert werden können, oder keine OP wünschen, ist die Strahlentherapie eine gute Behandlungsalternative. Eine Bestrahlung ist nicht schmerzhaft, kann jedoch ebenfalls Nebenwirkungen hervorrufen. Je nach Tumorsituation sollte die Bestrahlung mit einer Hormonblockade einhergehen (s.u.).

Eine Sonderform der Bestrahlung stellt die Brachytherapie dar. Bei dieser Methode wird eine Strahlenquelle in die Prostata eingeplanzt, die diese dann "von innen" heraus bestrahlt.

Hormontherapie

Die Hormonblockade kann den Fortschritt der Erkrankung aufhalten und zum Beispiel das Wachstums des Tumors bremsen - teilweise sogar über viele Jahre hinweg. Dennoch ist eine Heilung allein durch hormonelle Veränderungen nicht möglich. Denn nach einigen Jahren entwickelt der Körper eine Resistenz gegen die Hormonbehandlung. Die Folge: Die Krebszellen reagieren nicht mehr auf die Hormone und wachsen (wieder) weiter. 

Chemotherapie

Für Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs ist die Chemotherapie eine Option. Sie kann mit teilweise heftigen Nebenwirkungen einhergehen.

Welche Therapie für welchen Patienten am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Art, Ausmaß und Stadium der Krebserkrankung sind auch Vorerkrankungen, aktueller Gesundheitszustand und andere Patienteneigenschaften zu berücksichtigen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Blick auf die Befunde und den Patienten von größter Bedeutung. 

Behandelnde Ärzte: Dr. Armbruster und Dr. Gärtner

Die medikamentöse Tumortherapie gehört zu den Behandlungsschwerpunkten der Gemeinschaftspraxis für Urologie Dr. med. M. Armbruster / Dr. med. J. Gärtner in Kornwestheim. Beide Ärzte sind Fachärzte für Urologie und besitzen die Zusatzweiterbildung „medikamentöse Tumortherapie“. Sie verfügen über eine fundierte Aus- und Weiterbildung, langjährige Erfahrung und den Anspruch, ihren Patienten die beste Behandlung zuteilwerden zu lassen. Das beginnt bei dem persönlichen Beratungsgespräch und reicht über die individuelle Behandlung bis zur sorgfältigen Nachsorge.

Häufig gestellte Fragen zu Prostatakrebs

Noch gibt es in der Forschung keine Klarheit darüber, wie genau Prostatakrebs entsteht. Als weitestgehend gesichert gilt, dass das männliche Sexualhormon Testosteron an der Entstehung beteiligt ist. Die Sexualität an sich spielt jedoch keine Rolle. Darüber hinaus konnten verschiedene Gene identifiziert werden, die mit dem Auftreten von Prostatakarzinomen zusammenhängen. Da Prostatakrebs gehäuft in Familien auftritt, ist eine genetische Komponente wahrscheinlich.

Das Prostatakarzinom bleibt lange symptomlos. Erst in fortgeschrittenen Stadien können Beschwerden auftreten, die den Verdacht auf Prostatakrebs lenken, aber auch durch andere harmlose Erkrankungen der Vorsteherdrüse ausgelöst werden können. Dazu zählen 

- Schwierigkeiten beim Wasserlassen
- ein schwacher Harnstrahl
- nächtlicher Harndrang und 
- eine Vergrößerung der Prostata

Deutlicher wird die Erkrankung in fortgeschrittenen Stadien: Hier kann es zu unklarem Gewichtsverlust, allgemeiner Schwäche und anderen Gesundheitsproblemen kommen. Selten ist Blut im Urin zu beobachten.

Die Diagnose erfolgt durch eine Blut- und Tastuntersuchung. Erhöhte PSA-Werte in Verbindung mit einem auffälligen Tastbefund lenken den Verdacht auf ein Prostatakarzinom. Um die Diagnose zu sichern, ist jedoch eine Prostatabiopsie erforderlich. Dabei wird mit einer Nadel Gewebe aus der Prostata entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Fallen dabei bösartige Zellen auf, gilt die Diagnose als gesichert und es kann mit der zielgerichteten Behandlung begonnen werden. 

Ob Prostatakrebs operiert werden muss, hängt von dem Stadium ab, in dem der Krebs entdeckt wird. In frühen Stadien wird versucht, den Tumor vollständig zu entfernen. In fortgeschrittenen Stadien mit Metastasen erfolgt die Behandlung meist medikamentös, mit Strahlen- oder Chemotherapie. Bei älteren Patienten, die keine Beschwerden haben und deren Tumor sehr langsam wächst, genügt es häufig, abzuwarten. Dabei wird der Tumor regelmäßig auf Veränderungen untersucht. Eine OP ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Nach der Tumor-OP oder -Behandlung ist die Nachsorge von großer Bedeutung, um mögliche Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) schnell erkennen und behandeln zu können. Dazu erfolgt regelmäßig die Kontrolle des PSA-Werts und die Untersuchung der Prostata durch Abtasten und Ultraschall. Bei den Nachsorgeterminen sollten Patienten auch eventuell auftretende Beschwerden ansprechen, um gemeinsam mit dem Arzt Lösungen zu finden.

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